Pflege des Flächennaturdenkmals "Lindenallee"
im NSG “Ichstedter Lehde“ unter Berücksichtigung einer Habitatkontinuität für den Eremit auf Grundlage von baumgenauen Erfassungsergebnissen
Projektbeschreibung
Die Lindenallee im Naturschutzgebiet „Ichstedter Lehde“ ist ein bedeutendes Naturdenkmal und zugleich ein wichtiger Lebensraum für den streng geschützten Eremitenkäfer (Osmoderma eremita). Die alten Linden mit ihren Höhlungen und Altbaumstrukturen bieten ideale Bedingungen für diese seltene, an alte Bäume gebundene Art.
Dem Projekt gingen umfangreiche baumgenaue Kartierungen voraus, in denen Zustand, Strukturmerkmale und Bedeutung der einzelnen Bäume als Habitat erfasst wurden. Diese Kartierungen bildeten die fachliche Grundlage für die Planung der Maßnahmen und ermöglichten eine gezielte, auf den jeweiligen Baum abgestimmte Pflege.
Ziel des Projekts war es, den wertvollen Altbaumbestand langfristig zu erhalten und die Funktion der Lindenallee als zusammenhängendes Habitat zu stärken. Auf Basis der Kartierungen wurden ausgewählte Alt- und Jungbäume schonend gepflegt, bestehende Lebensraumstrukturen stabilisiert und zusätzliche Strukturen ergänzt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Verbesserung der Standortbedingungen der Bäume sowie auf der Reduzierung des starken Mistelbefalls. Darüber hinaus wurde die Besonnung der Baumstämme gezielt verbessert, was sich positiv auf die Habitatqualität für den Eremiten und weitere an alte Bäume gebundene Arten auswirkt.
Die Arbeiten erfolgten außerhalb der Aktivitätszeit des Käfers und wurden möglichst schonend umgesetzt, unter anderem mit Baumklettertechnik und emissionsarmen Geräten.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie auf Grundlage detaillierter Voruntersuchungen durch fachlich abgestimmte Pflege der langfristige Erhalt eines wertvollen Naturdenkmals und seines besonderen Artenspektrums unterstützt werden kann.
Förderung
Das Projekt hatte eine Laufzeit vom 01.12.2025 bis 31.03.2026.
Es wurde von der Heinz Sielmann Stiftung und dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF) gefördert.
